Navigationslichter helfen, die Schiffsgröße,-lage und den-typ auch nachts und bei schlechter Sicht aus größerer Entfernung zu erkennen. Das dient der Sicherheit aller auf See. Aus diesem Grund sind sowohl die Lichter-Führung als auch Art und Anbringung der Navigationslichter durch Verordnungen und Regeln zur Kollisionsverhütung festgelegt. Die „Lichterführung“ ist der Einsatz von Navigationslichtern, die nachts, d.h. von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang oder bei verminderter Sicht durchgehend brennen und während dieser Zeit fest angebracht sein müssen. Es ist daher unzulässig, Navigationslichter nachts oder am Tag bei verminderter Sicht nur in der Hand zu halten und zu zeigen. Die Regelungen zur Lichterführung sind in dieser Broschüre zusammengefasst. Den Original-Wortlaut finden Sie in der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO§8bis§10) und den internationalen Kollisionsverhütungsregeln(KVRRegel20bis31undAnlageI1.bis14.). Navigationslichter müssen grundsätzlich elektrisch betrieben sein und über eine, der Schiffsgrößeentsprechenden Tragweite (KVRRegel22) verfügen.

Auf Fahrzeugen, die zur Führung der Bundesflagge berechtigt sind, dürfen grundsätzlich nur Navigationslichter und Schallsignalanlagengeführt werden, deren Konstruktion und Anbringung den Anforderungen der Kollisionsverhütungsregeln entsprechen und die zugelassen sind. Im Rahmen der Zulassung wird z.B. ermittelt: ob ein Navigationslicht eine ausreichende Tragweite hat, also das Licht aus ausreichend großer Entfernung zu erkennen ist, damit ein sicherer Verkehr nach den Ausweichregeln gewährleistet ist, ob ein Navigationslicht an Bord eines Segelfahrzeugs auch bei Schräglage noch die erforderliche Tragweite erreicht, ob die Farbe des abgestrahlten Lichtes stimmt, damit eine Verwechslung nicht zu Fehlentscheidungen anderer Verkehrsteilnehmer führt und ob die vorgeschriebenen Ausstrahlungswinkel (Sektoren) eingehalten werden. Vom BSH zugelassene Navigationslichter und Schallsignalanlagen sind im Falle einer nationalen Zulassung mit einer Baumusternummer (z.B. BSH/00/01/10) bzw. im Falle einer EU-weiten Zulassung dem Steuerrad markiert.Vom Deutschen Hydrographischen Institut (DHI) zugelassene Geräte behalten ihre Gültigkeit. Ein CE-Zeichen ersetzt die Zulassung nach den Kollisionsverhütungsregeln nicht!